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Ganztagsschule Niedersachsen
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Fragen und Antworten
zum Ganztagsausbau in Niedersachsen

Zukunftsoffensive Bildung

01Was sind die Ziele des Ganztagsausbaus in Niedersachsen?

 

GUTE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR EIN GUTES ANGEBOT

Der Ausbau des Ganztagsangebots bildet das Herzstück der umfangreichen „Zukunftsoffensive Bildung“, die die Niedersächsische Landesregierung zu Beginn dieser Legislaturperiode gestartet hat. Bis Ende 2017 investiert das Land zusätzlich rund 420 Millionen Euro in Bildung, 260 Millionen Euro allein in den Ausbau der Ganztagsschulen.

Nachdem ein Großteil der Ganztagsschulen ein Jahrzehnt lang unterfinanziert war, wurden zum Schuljahresbeginn 2014/15 vom Land Niedersachsen die nötigen verlässlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um ein qualitativ hochwertiges Angebot machen zu können  ein Angebot, bei dem Schülerinnen und Schüler ganzheitlich pädagogisch sinnvoll gefördert und gefordert werden.

Mit dem Vorhaben entspricht die Niedersächsische Landesregierung dem Wunsch vieler Eltern, das Ganztagsangebot auszuweiten: Dies haben auch jüngste Studien bestätigt, wonach sich etwa 70 Prozent der Eltern in Deutschland einen Ganztagsplatz für ihre Kinder wünschen. (2. JAKOOBildungsstudie, September 2012)

BILDUNGSTEILHABE ERMÖGLICHEN, BESSERE STARTCHANCEN FÜR ALLE

Der Ausbau von Ganztagsschulen gilt als ein wichtiger Schritt beim Abbau von Bildungsbenachteiligung. Damit wird der Weg hin zu einem gerechteren Bildungssystem beschritten. Durch die deutliche bessere Ausstattung der Ganztagsschulen in Niedersachsen erhalten alle Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, in ihrer Entwicklung noch stärker als bislang unterstützt zu werden.

Wo bisher am Nachmittag eher Betreuungsangebote stattfanden, werden Schülerinnen und Schüler künftig gemäß ihrer Stärken und Schwächen und unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund gefördert und gefordert werden.

WEITERENTWICKLUNG DER LEHR UND LERNKULTUR

Unterricht und außerunterrichtliche Angebote sollen besser verzahnt sein. Nur so kann die Ganztagschule als eine pädagogische Einheit verstanden werden. Ganztagsschulen können offene (freiwillige) Angebote machen können, aber auch als teilgebundene oder voll gebundene Ganztagsschulen mit verpflichtenden Tagen arbeiten und damit geeignete Formen der Rhythmisierung entwickeln.

Ganztagsschulen brauchen gute Konzepte für eine neue Lehr und Lernkultur, für eine veränderte Zeitstruktur, für die Gestaltung von Pausen sowie für die Kooperation mit Partnern. Dazu erhalten sie mit Inkrafttreten des neuen Ganztagsschulerlasses zum 1. August 2014 die nötigen Gestaltungsspielräume.

02Warum haben wir in Niedersachsen bisher von „Ganztagsschulen light“ gesprochen?


KNAPPE RESSOURCEN, WENIG GESTALTUNGSSPIELRAUM

In der Vergangenheit war die überwiegende Zahl der Ganztagsschulen in Niedersachsen, nur unzureichend ausgestattet. Während 400 der niedersächsischen Ganztagsschulen den vollen Ganztagszuschlag vom Land (100 Prozent) erhalten, bekam die Mehrzahl der etwa 1600 Ganztagsschulen im Land - nämlich rund 1200 Schulen - im Vergleich zur Vollausstattung im Durchschnitt nur rund 25 Prozent des Zusatz-bedarfes.
 
Dies hatte in der Vergangenheit zur Folge, dass das Ganztagsangebot vieler Schulen durch die knappen Ressourcen nur sehr eingeschränkt war und pädagogischer Ge-staltungsspielraum für die Schulen fehlte. Auch wenn sich diese Schulen mit viel Engagement sehr bemüht haben, selbst mit geringen Mitteln ein gutes Angebot zu machen, konnte dies nur als „Ganztagsschule light“ bezeichnet werden.
 

UNTERSCHIEDLICHE AUSSTATTUNG = UNTERSCHIEDLICHE CHANCEN

Bei den 1200 Ganztagsschulen mit beschränktem Zusatzbedarf kam es vor, dass Schulen mit einer hohen Teilnehmerzahl und einem umfangreichen Angebot ebenso viele Ressourcen vom Land erhalten erhielten wie Schulen, an denen nur wenige Schülerinnen und Schüler am Ganztagsangebot teilnahmen.

03Was ändert sich?


MEHR RESSOURCEN VOM LAND –QUANTENSPRUNG FÜR DEN GANZTAG

Die Niedersächsische Landesregierung verbessert die Ausstattung der Ganztagsschulen in Niedersachsen erheblich. Dafür werden bis Ende 2017 rund 260 Millionen Euro investiert. Im Rahmen der „Zukunftsoffensive Bildung“ werden alle Schulen zum Schuljahr 2014/2015 auf ein Niveau von mindestens 75 Prozent des Zusatzbedarfes nach Klassenbildungserlass angehoben.
 
Ganztagsschulen, die bereits jetzt mit beschränktem Zusatzbedarf mehr als 75 Prozent Zuschlag bekommen, behalten langfristig ihren Status Quo. Ganz wichtig: Keine Schule wird aufgrund des neuen Berechnungsmodus schlechter gestellt als im Schuljahr 2013/2014.
 

MEHR SPIELRÄUME

Mit Inkrafttreten des neuen Erlasses zur Arbeit in der Ganztagsschule haben die Schulen wesentlich mehr Gestaltungs-möglichkeiten: Sie können z.B. verstärkt Lehrkräfte auch im Ganztagsangebot einsetzen und Schülerinnen und Schüler auf diese Weise besser individuell fördern. Außerdem können die Schulen entscheiden, ob sie in der offenen Form mit freiwilligen Angeboten arbeiten oder ob sie eine der gebundenen Formen mit verpflichtenden Tagen für alle Schülerinnen und Schüler wählen. Durch Ganztagsschulzüge abweichender Organisationsform wird eine fle-xible Ausgestaltung möglich, die dem Elternwillen Rechnung trägt.

MEHR UNTERSTÜTZUNG

Bei der Weiterentwicklung des Ganztagsangebots erhalten die Schulen Beratung und Unterstützung durch die Niedersächsischen Landesschulbehörde, z.B. durch die Schulentwicklungsberatung. Die, die Ganztag vor Ort gestalten, erhalten mehr Rüstzeug: Auch ist geplant, die durch das Land geförderte Fortbildung auszuweiten, damit auch in diesem Bereich die Schulleitungen mit ihren Lehrkräfte Unterstützung erfahren. Schulträger können die Beratung der Niederssächsischen Landesschulbehörde ebenfalls in Anspruch nehmen, etwa um Anträge auf den Weg zu bringen. Das Ziel ist, gemeinsam gute Ganztagsschule zu gestalten.

04Warum ist die neue Finanzierung der Ganztagsschulen in Niedersachsen gerechter?


RESSOURCEN RICHTEN SICH NACH DEN TEILNEHMERZAHLEN

Der bisherige Berechnungsmodus, mit dem die Mittelzuweisung an den 1200 Ganztagsschulen mit beschränktem Zusatzbedarf erfolgte, richtete sich nach der Anzahl der Klassen bestimmter Schuljahrgänge zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er hat sich als zu starr herausgestellt und wurde vor allem dem tatsächlichen Bedarf einer Schule nicht gerecht.
 
Das neue Berechnungssystem ist bedarfsgerechter: Künftig orientiert sich die Zuweisung der Lehrerstunden an der Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Ab dem Schuljahr 2014/2015 wird jede am Ganztag teilnehmende Schülerin oder jeder am Ganztag teilnehmende Schüler gezählt. Ebenso wird erfasst, an wie vielen Tagen eine Schülerin oder ein Schüler das Ganztagsangebot nutzt. Ganztagsschulen mit hoher Teilnahme an vielen Tagen erhalten demzufolge mehr Ressourcen als Ganztagsschulen, an denen das Ganztagsangebot nicht so stark nachgefragt wird.
 
Für die Schulen kommt dies einem Paradigmenwechsel gleich: Anders als in der Vergangenheit bestimmen zukünftig Angebotsqualität und Nachfrage die Höhe der Ressourcen. Dadurch wird stärker als bisher der Anreiz gesetzt, qualitativ hochwertige Bildungsangebote so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nachgefragt werden.

05In welcher Form erhalten die Schulen die Mittel?


LEHRERSTUNDEN KÖNNEN ANTEILIG KAPITALISIERT WERDEN

Die Schulen erhalten den Zusatzbedarf in Form zugewiesener Lehrerstunden. Lehrerstunden können weiterhin anteilig kapitalisiert werden, damit z.B. Kooperationen mit außerschulischen Partnern finanziert werden können.
 
Eine Lehrerstunde hat einen monetären Wert 1930 Euro. Mittelfristig soll der Anteil an Lehrerstunden 60 % des gesamten Zusatzbedarfs nicht unterschreiten.
 
Eine Lehrerstunde entsprach bislang einem hat einen monetären Wert von 1827 Euro, rückwirkend ab dem 1.1.2014 wird der Satz auf 1930 Euro erhöht. Mittelfristig angestrebt wird ein Verhältnis von 60:40 in Hinblick auf Lehrerstunden und kapitalisierten Budget. soll der Anteil an Lehrerstunden 60 % des gesamten Zusatzbedarfs nicht unterschreiten.

06Wie werden die Ressourcen für die Schulen künftig berechnet?


TEILNEHMERBEZOGENE BERECHNUNG

Die Schulen erhalten pro teilnehmender Schülerin bzw. teilnehmendem Schüler pro Tag einen bestimmten Zusatzbedarf an zusätzlichen Lehrerstunden.
 
Zur Verbesserung der Ausstattung der Ganztagsschulen erhalten die Schulen - je nach individueller Situation – mindestens 75 % des so berechneten Bedarfs an Lehrerstunden.
 
Bisher wurden pro Klasse in bestimmten Schuljahrgängen 2,5 Stunden zugewiesen. Jetzt erhält eine Schule teilnehmerbezogenen einen Zuschlag. Eine Schule mit hoher Teilnahme an vielen Tagen erhält seit dem 01.08.2014 deutlich mehr Ressourcen als eine Schule mit niedriger Teilnahme oder Teilnahme an nur einem oder zwei Tagen.

07Wie sieht künftig der pädagogische Gestaltungsspielraum aus?


ERMÖGLICHEN STATT VERORDNEN

Der neue Ganztagsschulerlass erweitert den pädagogischenorganisatorischen Gestaltungsspielraum: Neben der offenen Ganztagsschule ist auch die teilgebundene bis hin zur voll gebundenen Ganztagsschule möglich.
Darüber hinaus werden auch Ganztagsschulzüge oder Ganztagsschuljahrgänge zugelassen. Die Schulen können auf diese Weise den Elternwillen berücksichtigen. Zu den neuen pädagogischen Spielräumen gehört u.a. auch die Möglichkeit, an Tagen mit verpflichtender Teilnahme für alle Schülerinnen und Schüler Unterricht und außerunterrichtliches Angebot zu rhythmisieren.
 
Die neuen Gestaltungsspielräume ermöglichen Ganztagsschulen, den Tagesablauf nach pädagogischen und lernpsychologischen Gesichtspunkten zu strukturieren. Möglich ist künftig, dass sich Unterricht und außerunterrichtliche Angebote abwechseln. In der Praxis wäre z.B. denkbar, dass der Schultag mit einer individuellen Lern und Übungsphase beginnt bevor sich eine Doppelstunde Mathematik anschließt. Vor dem nächsten Unterrichtsfach könnte der Tag dann mit einem außerunterrichtlichen Sportangebot aufgelockert werden.

08Was ändert sich, wenn mehr Lehrkräfte im Ganztag eingesetzt werden?


MEHR FÖRDERUNG DURCH MEHR LEHRKRÄFTE IM GANZTAG

Die zusätzlichen Ressourcen ermöglichen es, verstärkt Lehrkräfte im Ganztagsbereich einzusetzen. Damit trägt die Landesregierung der Forderung nach qualifiziertem Personal Rechnung. Der verstärkte Einsatz von Lehrkräften im Ganztagsbereich ermöglicht nicht nur eine sinnvolle Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten.
 
Er bietet insbesondere die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler ergänzend zum Unterricht individuell zu fördern. Das beinhaltet auch eine intensivierte und fachlich qualifizierte Betreuung in den Lern und Übungsphasen, z.B. bei der Erledigung der Hausaufgaben. Davon profitieren auch vor allem Schülerinnen und Schüler, die zuhause möglicherweise nicht die nötige Förderung und Unterstützung erhalten. Es ist ein großer Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

09Ist die Errichtung neuer Ganztagsschulen weiterin möglich?


ZIEL: FLÄCHENDECKENDER AUSBAU

Die Niedersächsische Landesregierung begrüßt die Errichtung neuer Ganztagsschulen ausdrücklich. Der finanzielle Rahmen für den Ganztagssausbau sieht bis Ende 2017 rd. 300 weitere Ganztagsschulen vor.

10Wann können neue Ganztagsschulen beantragt werden?


ANTRAG BIS ZUM 1. DEZEMBER

Ein Antrag auf Errichtung einer Ganztagsschule ist unter Verwendung des entsprechenden Antragsvordrucks (Anlage 3 des Ganztagsschulerlasses) zum 1. Dezember eines Jahres für das folgende Schuljahr bei der genehmigenden Schulbehörde Niedersächsischen Landesschulbehörde einzureichen.
 
Mit Anträgen auf Änderung der Organisationsform sowie auf Führen von Ganztagsschulzügen sowie für die Antragsstellung auf Änderung der Organisationsform ist entsprechend zu verfahren.

11Gibt es Unterschiede bei der Ressourcenzuweisung in Hinblick auf die Organisationsform?


RESSOURCENZUWEISUNG LOSGELÖST VON DER ORGANISATIONFORM

Ab dem Schuljahr 2014/2015 erfolgt die Ressourcenzuweisung für alle Ganztagsschulen losgelöst von der Organisationsform. Jede Ganztagsschule hat die Möglichkeit, ihr pädagogisches Konzept individuell weiterzuentwickeln. Mit der Neufassung des Erlasses zur Arbeit in der Ganztagsschule werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Schulen im Rahmen der Weiterentwicklung ihres Ganztagskonzepts (bzw. ihres Schulprogramms) eine Änderung der Organisationsform von der offenen zur teilgebundenen oder zur voll gebunden Ganztagsschule beantragen können.

12Wie viel Zeit haben die Schulen, um neue pädagogische Konzepte zu entwickeln?


AUSREICHEND ZEIT, WEICHE ÜBERGÄNGE

Aktive Schulentwicklungsprozesse erfordern nicht nur Ressourcen, sondern auch ausreichend Zeit und intensive Arbeit in den Schulen. Daher hat das Niedersächsische Kultusministerium dafür Sorge getragen, dass durch entsprechende Übergangsregelungen weiche Übergänge geschaffen werden.
 
So sind beispielsweise Anträge auf Änderung der Organisationsform von der offenen zur teilgebundenen Ganztagsschule im Übergangszeitraum auch dann genehmigungsfähig, wenn das Ganztagsschulkonzept zunächst nur einen verpflichtenden Tag vorsieht.
 
Die Schulen können zunächst auf der Grundlage des genehmigten Konzepts weiterarbeiten. Sie haben ein ganzes Jahr lang und  wenn sie es brauchen, auch noch länger  Zeit, sich auf den Weg zu veränderter pädagogischer Konzeption zu machen. Selbstverständlich können die Schulen bisherige Konzepte auch fortführen.

13Wird dem Elternwillen Rechnung getragen?


ELTERNWILLE WIRD BERÜCKSICHTIGT

Eine Änderung der Organisationsform einer Ganztagsschule vom offenen Angebot zu einer teilgebundenen oder voll gebundenen Ganztagsschule soll unter Berücksichtigung des Elternwillens in der Regel aufsteigend mit Schuljahrgang 1 bzw. Schuljahrgang 5 begonnen werden. Der neue Ganztagsschulerlass bietet aber darüber hinaus die Möglichkeit, an einer Ganztagsschule Ganztagsschulzüge abweichender Organisationsform einzurichten, wenn der Elternwille nicht einheitlich sein sollte.
 
Damit haben Schulträger von teilgebundenen bzw. voll gebundenen Ganztagsschulen die Möglichkeit für Eltern, die kein verpflichtendes Angebot für ihre Kinder wählen wollen, ein offenes Angebot mit freiwilliger Teilnahme vorzuhalten.

14Sind Kooperationen mit Vereinen und Institutionen weiterhin möglich?


GANZTAG MIT GUTEN PARTNERN ERMÖGLICHT MEHR TEILHABE

Gute Ganztagsschule sollte nicht allein von Lehrkräften gemacht werden. Die Zusammenarbeit bei der Gestaltung des Ganztagsangebots mit externen Partnern ist weiterhin möglich und auch erwünscht. Durch die Kooperation, z.B. mit Sportvereinen, Musikschulen oder karitativen Institutionen öffnet sich Schule zum sozialen, kulturellen und betrieblichen Umfeld und erweitert damit ihr Bildungsangebot.
 

WIN-WIN-SITUATION

Die Zusammenarbeit gestaltet sich dabei als WinWinSituation: Für Schülerinnen und Schüler ergeben sich wichtige Teilhabemöglichkeiten, indem sie im Rahmen des Ganztagsangebots neue Sportarten entdecken oder ein Instrument lernen. Die Kooperationspartner im Ganztag haben im Gegenzug die Möglichkeit, sich  mit ihren Kompetenzen in den Ganztag einzubringen und neue Zielgruppen zu erschließen.

15Der Einsatz von Honorarkräften war in der Vergangenheit rechtlich umstritten und hat für große Verunsicherung gesorgt. Wie wird künftig die Praxis aussehen?


HONORVERTRÄGE NUR NOCH IN AUSNAHMEFÄLLEN

Der neue Erlass zur Arbeit in der Ganztagsschule sieht vor, dass Einzelpersonen für die Durchführung der außerunterrichtlichen Angebote grundsätzlich über einen Arbeitsvertrag einzustellen sind. Nur in Ausnahmefällen, in denen zweifelsfrei feststeht, dass es sich bei dem beabsichtigten Vertragsverhältnis nicht um ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis handelt, ist der Abschluss eines freien Dienstleistungsvertrages (sog. Honorarvertrag) möglich.
 
Die Genehmigungspraxis der Schulbehörde Niedersächsischen Landesschulbehörde wird so aussehen, dass ein Antrag zur Genehmigung eines Honorarvertrages erst positiv beschieden werden kann, wenn die Art des Vertragsverhältnisses eindeutig geklärt ist. Hierzu kann die Einleitung eines so genannten Statusfeststellungsverfahrens erforderlich sein. Die Niedersächsische Landesschulbehörde berät die Schulen entsprechend.
 
Schulleitungen investieren in die Organisation des Ganztagsbetriebes sehr viel Zeit und Kraft. Gerade für kleine Schulen  bedeutet Ganztag oft auch einen Kraftakt. Daher wird die Unterrichtsverpflichtung von Schulleiterinnen und Schuleitern an sehr kleinen Ganztagsschulen ab dem kommenden Schuljahr um bis zu einer Stunde reduziert.

16Wie wird Inklusion im Ganztagsbereich berücksichtigt?


KINDER MIT UNTERSTÜTUNGSBEDARF WERDEN DOPPELT GEZÄHLT

Durch die Änderung des sogenannten Klassenbildungserlasses wurde zum 1. August 2014 sichergestellt, dass Kinder mit festgestelltem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung an allgemein bildenden Schulen mit Ausnahme der Förderschulen nicht nur im Unterricht, sondern auch bei Teilnahme an außerunterrichtlichen Angeboten doppelt gezählt werden.

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