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Ganztagsschule Niedersachsen
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Rhythmisierung

Was gute Ganztagsschulen vor allem ausmacht, ist die Möglichkeit, den Schulalltag zeitlich und organisatorisch neu zu strukturieren. Der Fachbegriff dazu lautet „Rhythmisierung“. Dahinter steht der Gedanke, die zusätzliche Zeit, die Schulen mit Ganztagsangeboten auszeichnet, pädagogisch sinnvoll zu nutzen und sie so zu gestalten, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern entspricht. Die Zielsetzung ist eine nachhaltige Veränderung der Lernkultur.

Gute Ganztagsschulen bieten mehr

In einer Halbtagsschule ist die Aufteilung klar: Vom ersten bis zum letzten Schlag der Schulglocke sind die Unterrichtsblöcke die bestimmenden Elemente, sie werden lediglich unterbrochen von den Pausen. Gute Ganztagsschulen bieten so viel mehr: Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitangebote, Musikunterricht, Theater-AGs, Bewegungspausen und und und. Rhythmisieren heißt, Unterricht und Zusatzangebote, Pausen und Entspannungsphasen über den ganzen Schultag zu verteilen und in den Tagesablauf zu integrieren. In der offenen Ganztagsschule ist Rhythmisierung nicht möglich, nur die gebundenen Formen der Ganztagsschule bieten die Möglichkeit, Schulalltag neu zu strukturieren, denn hier nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Ganztagsangebot teil.

Wechsel von Lern- und Freizeitaktivitäten fördert nachhaltiges Lernen

Dem oftmals starren traditionellen Schulrhythmus kann ein beweglicher Tages- und Wochenrhythmus entgegengesetzt werden, der Rücksicht nimmt auf  Bewegungsdrang und Konzentrationsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, auf Lernwünsche und Erholungsbedürfnisse. Ein Beispiel: Fängt der Schultag mit Mathematikunterricht an, könnte zur Auflockerung danach eine längere Aktiv-Pause mit einem außerunterrichtlichen Sportangebot folgen, bevor es in die nächste Deutschstunde geht. Der Wechsel von Lern- und Freizeitaktivitäten, von Ruhe und Bewegung, von Anspannung und Entspannung orientiert sich an dem, was Schülerinnen und Schüler für nachhaltiges Lernen, das zudem noch Spaß macht, brauchen.
Im Idealfall werden Unterricht und Ganztagsangebote miteinander verzahnt, auf diese Weise wird Gelerntes geübt und vertieft. Wenn beispielsweise im Mathematikunterricht einer Grundschule am Vormittag der Zahlenraum von 1 bis 1000 durchgenommen wird, könnte am Nachmittag für die Kinder das gemeinsame Wiegen und Abmessen von Zutaten, sowie das Backen eines Kuchens auf dem Programm stehen. Dreht sich der (theoretische) Unterricht z.B. um die Artenvielfalt der Bienen, kann der Besuch eines Imkers und seinen Bienenstöcken im Rahmen des Ganztagsangebotes das Gelernte anschaulich ergänzen.

Gut für das Schüler-Lehrer-Verhältnis

Dass in Niedersachsen künftig verstärkt Lehrkräfte auch am Nachmittag eingesetzt werden, macht eine solche Verzahnung einfacher, vor allem, wenn es um das vertiefende Lernen geht. Ganztagschulen bieten mehr Fördermöglichkeiten für diejenigen, die Hilfe beim Lernstoff brauchen, aber auch für Schülerinnen und Schüler, die besondere Begabungen aufweisen. Wenn eine Lehrkraft ihre Schützlinge sowohl im Unterricht als auch im Ganztagsangebot betreut, kann sie viel gezielter auf die Bedürfnisse eingehen. Davon profitiert übrigens häufig auch das Schüler-Lehrer-Verhältnis.

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