Auszubildende müssen sich in Deutschland krankenversichern. Die Beitragshöhe ist bundeseinheitlich geregelt, mit Zusatzbeiträgen gibt es aber Unterschiede bei den Gesamtkosten. Auch das Einkommen spielt eine Rolle. Nachfolgend wird genauer erklärt, worauf Azubis achten müssen und welche Besonderheiten es bei der Krankenversicherung gibt.
Wer übernimmt die Kosten der Krankenversicherung für Azubis?
In einer klassischen dualen Ausbildung teilen sich Arbeitgeber und Auszubildende die Kosten. Der Beitragssatz ist bundesweit einheitlich und liegt derzeit bei 14,6 Prozent. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst festlegt. Dieser liegt im Durchschnitt bei etwa drei bis fünf Prozent, kann jedoch je nach Kasse etwas höher oder niedriger sein. Arbeitgeber und Auszubildende zahlen jeweils die Hälfte.
Neben der Krankenversicherung umfasst der Pflichtbeitrag ebenfalls die Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Alle Beiträge werden automatisch vom Gehalt abgezogen und vom Arbeitgeber an die jeweilige Krankenkasse weitergeleitet. Für Auszubildende bedeutet dies, dass keine zusätzlichen Schritte notwendig sind, um den Versicherungsschutz zu sichern.
Können Azubis in Deutschland familienversichert sein?
Eine beitragsfreie Familienversicherung ist nur möglich, solange noch kein Ausbildungsgehalt fließt. Sobald eine Vergütung gezahlt wird, endet der Anspruch. Selbst bei einem geringen Einkommen ist dann eine eigenständige Mitgliedschaft Pflicht. Familienversicherung und Ausbildungsvergütung schließen sich grundsätzlich aus.
Eine Ausnahme besteht lediglich, wenn es sich um ein Praktikum oder eine schulische Ausbildung ohne Vergütung handelt. In diesem Fall kann die Familienversicherung unter bestimmten Bedingungen bestehen bleiben.
Mit Beginn einer vergüteten dualen Ausbildung ist jedoch der Wechsel in die eigenständige Versicherung unumgänglich.
Warum ein Versicherungsvergleich für Azubis wichtig ist
Da alle gesetzlichen Krankenkassen die gleichen Grundleistungen abdecken, rückt der Zusatzbeitrag in den Vordergrund. Ein Unterschied von einigen Zehntel Prozent kann auf das Jahr gerechnet spürbar sein, besonders bei einem kleinen Einkommen. Ein Vergleich lohnt sich daher, um die finanzielle Belastung so gering wie möglich zu halten.
Neben dem Beitragssatz unterscheiden sich die Kassen in ihren Zusatzleistungen. Manche bieten kostenlose Zahnreinigungen oder Zuschüsse für alternative Heilmethoden. Andere stellen digitale Services in den Mittelpunkt, etwa eine umfassende App zur Verwaltung von Dokumenten und Rezepten.
Solche Leistungen sind freiwillig und können die Entscheidung für eine bestimmte Krankenkasse beeinflussen. Wenn die Azubi Krankenversicherung günstiger ist als bei einer anderen Krankenkasse, wählen Azubis clever und sparen so Geld.
Challenges und Cashback als attraktive Boni verschiedener Krankenkassen
In den letzten Jahren setzen immer mehr Krankenkassen auf Programme, die junge Mitglieder motivieren sollen.
Dabei handelt es sich häufig um Challenges, bei denen sportliche Aktivitäten oder gesundheitsbewusstes Verhalten belohnt werden. Wer regelmäßig Schritte sammelt oder Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, kann Punkte oder Prämien erhalten.
Cashback-Modelle sind ebenfalls verbreitet. Hierbei erstatten Krankenkassen einen Teil der Beiträge zurück, wenn bestimmte Vorsorgemaßnahmen genutzt oder Gesundheitsziele erreicht werden.
Für Auszubildende mit knappem Budget kann das einen spürbaren Unterschied machen. Neben dem finanziellen Aspekt fördern solche Programme das Bewusstsein für die eigene Gesundheit.
Was passiert mit der Versicherung nach dem Ende der Ausbildung?
Nach dem Abschluss der Ausbildung hängt die weitere Versicherung vom beruflichen Werdegang ab. Wer übernommen wird und ein festes Arbeitsverhältnis eingeht, bleibt automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Beitrag steigt dann, weil sich die Berechnung am regulären Einkommen orientiert.
Beginnt nach der Ausbildung ein Studium, gelten die speziellen Regeln für Studierende. Je nach Alter und Lebenssituation ist dann eine Familienversicherung, die studentische Krankenversicherung oder eine freiwillige gesetzliche Versicherung relevant. Bei Arbeitslosigkeit greift dagegen die Absicherung über die Agentur für Arbeit, die die Beiträge übernimmt.
Wer übernimmt die Kosten beim Bezug von Ausbildungsbeihilfe oder Arbeitslosengeld?
Reicht das Ausbildungsgehalt nicht, kommt Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) zum Einsatz. Die Krankenversicherung läuft weiter wie gewohnt über den Ausbildungsbetrieb, da die Beträge direkt vom Gehalt abgehen. Die Beihilfe deckt nur den Lebensunterhalt, verändert aber die Versicherungspflicht nicht. Nach einer nicht bestandenen Prüfung oder bei Kündigung greift die Absicherung über das Arbeitslosengeld. Bezieher von ALG I werden über die Bundesagentur für Arbeit versichert. Die Beiträge werden vollständig übernommen, ein zusätzlicher Eigenanteil fällt dann weg. Beim Bürgergeld gilt das gleiche Prinzip.









