Medienentwicklungsplan für Schulen – was ist zu beachten?

Medienentwicklungsplan für Schulen – was ist zu beachten?

Medienentwicklungsplan für Schulen – was ist zu beachten?

In den letzten Jahren mussten immer mehr Schulen und Bildungsinstitute feststellen, dass das Zeitalter der Digitalisierung auch im Bildungswesen Einzug gehalten hat und gewisse Herausforderungen mit sich bringt. Eine derartige Aufbruchsstimmung erfordert Mut und Geduld, sowie die nötige Portion Zeit.

Schulen und Universitäten müssen sich darauf einstellen, dass ein solcher Prozess langwierig ist und nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Deshalb sind die richtige Planung und ein gewisser Leitfaden das Um und Auf zur Umsetzung für die digitale Zukunft des Bildungswesens. Folgende Bereiche stellen wichtige Bausteine für einen nachhaltigen Erfolg im digitalen Bildungswesen dar, die im Medienentwicklungsplan abgedeckt werden:

  • Bereitstellung einer IT Infrastruktur
  • passende Software und Technik
  • didaktisch-pädagogische Verankerung
  • Qualifikation und Schulung der Lehrkräfte
  • funktionierendes Service- und Wartungskonzept

In unserem Ratgeber stellen wir die wichtigsten Punkte, die in einen Medienentwicklungsplan implementiert werden sollten, näher vor.

Schritt 1: Das Medienbildungskonzept

Um einen Medienentwicklungsplan zu erstellen, gilt es zunächst zu verstehen, was die diversen Medien für den Unterricht an Mehrwert bieten können und sollen. Dazu wird der bestehende Medieneinsatz, die Schülerzahl und die Personalstruktur mit dem angestrebten Soll-Zustand verglichen. Wie erreicht man dementsprechende Statistiken? Indem man Unterrichtsbeobachtungen durchführt und Befragungen erhebt. Daraus resultiert die nächste Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Um im Nachhinein den Erfolg dieser Maßnahmen messen zu können, ist es nötig, adäquate Kennzahlen wie:

  • die Leistung der Schüler
  • die aktive Mitarbeit im Unterricht und an Projektwochen
  • die Zufriedenheit mit dem pädagogischen Konzept.

Sowohl Schulbereichsleiter, Fachbereichsleiter, als auch Lehrkräfte sind bei der Erstellung des Medienentwicklungskonzepts verantwortlich.

Finanziert wird das Medienentwicklungskonzept über den jeweiligen Schulträger.

Wichtige Leitfragen:

  • Erfüllt die vorhandene Hard- und Schulsoftware die Anforderungen an den Unterricht?
  • In welchen Unterrichtsfächern sollen auf welche Weise neue Medien implementiert werden?
  • Auf welche Weise sollen die Medien für die Medienerziehung und die proaktive Medienarbeit genutzt und eingesetzt werden?

Schritt 2: Das Ausstattungskonzept

Nachdem das Bildungsinstitut die Ziele gesteckt hat, dreht sich alles um die benötigte technische Ausstattung. Daher muss eine Bestandsaufnahme gemacht werden, um zu sehen, welche Medien bereits existent sind und welche noch von Nöten sind, um den Unterricht nachhaltig und langfristig zu optimieren. Dabei müssen Faktoren berücksichtigt werden, was die Kosten der Anschaffung und der Zuständigkeit dieser anbelangt. Auch muss geklärt werden, wer die neuen Medien installiert, wartet und für ein funktionierendes Service verfügbar ist.

Neben der Planung der Hardwarekomponente ist auch die Überlegung für die entsprechende Schulsoftware notwendig, die sich um die einzelnen Fachbereiche dreht. So benötigt der Mathematikunterricht und andere naturwissenschaftliche Fächer Statistik- und Simulationsprogramme und der Kunstunterricht Bild- und Videobearbeitungssoftware.

Ausgewählte Leitfragen für das Ausstattungskonzept

  • Existiert ein zentraler Internetzugang?
  • Existiert eine laufende Wartung, Betreuung und Support und wie sind diese Elemente organisiert?
  • Welche Räume sollen vernetzt werden?
  • Welche Peripheriegeräte (Drucker, Scanner, Beamer, Kameras) müssen noch gekauft werden?
  • Wer kümmert sich um den Vor-Ort-Support und die Wartung? Müssen externe Dienstleister engagiert werden?

Schritt 3: Das Fortbildungskonzept:

Natürlich benötigt es neben einer guten Technik, die an alle Eventualitäten denkt auch geschultes Fachpersonal, die mit dieser Technik, bestehend aus Hardware und Software, umgehen kann. Fakt ist, dass die mangelnde Expertise durch gezielte Weiterbildung noch eine sehr große Hemmschwelle für die Digitalisierung im Klassenzimmer ist. Schulen sollten deshalb mit der Beantragung entsprechender Fördermittel für Medienkompetenztrainings beginnen, damit die Digitalisierung nicht in den Hintergrund rückt. Für die Fördergelder müssen selbstverständlich gewissen Kennzahlen dargelegt werden.

Darunter fällt, wie der Wissenszuwachs der Lehrkräfte sichergestellt und belegt werden kann.

Die Verantwortung liegt hierfür bei der Schulleitung, und dem Schuladministrator, die in enger Zusammenarbeit mit IT-Anbietern stehen. Die Herausforderung dabei ist es, genau die Weiterbildungsangebote herauszukristallisieren, die zu den Skills der gekauften Hardware und der pädagogischen Konzepte passen.

Einkauf, Installation und Weiterbildung sollten, nach Möglichkeiten, zeitgleich stattfinden, sodass der digitale Klassenraum imminent umgesetzt werden kann.

Ausgewählte Leitfragen:

  • Welche Fortbildungsmaßnahmen sind für alle Beteiligten, sprich, Schüler, Lehrkräfte und Berater, erforderlich?
  • Wie kann die entsprechende Zielgruppe informiert werden?
  • Welche weiteren Unterstützungsmaßnahmen werden erforderlich sein?

Die Merkmale eines funktionierenden Medienentwicklungsplans

Das Kulturministerium hat in einer Veröffentlichung alle inhaltliche und formale Anforderungen dargelegt, die eine Grundlage für die Beantragung der entsprechenden Fördermittelaus dem Digitalpakt Schule veranschaulichen:

Die inhaltlichen Anforderungen:

  • Der Medienentwicklungsplan umfasst eine Inventur (technische Ausstattung und Analyse schulinterner Vorgänge), sowie ein Ausstattungsszenario
  • Er sieht konkrete Zielsetzungen für die Unterrichtsgestaltung- und Entwicklung unter dem Aspekt der Nutzung von digitalen Medien
  • Er beinhaltet einen Maßnahmenkatalog und einen Zeitplan für die Umsetzung, sowie Evaluationsmaßnahmen

Die formalen Kriterien:

  • Die Technik muss die Medienbildung sinnvoll im Unterricht ergänzen
  • Verschiedene Gesichtspunkte der Schulentwicklung (Auswirkungen auf den Unterricht, Fortbildung) müssen berücksichtigt werden
  • Unterrichtstechnische Erfordernisse und finanzielle Ressourcen müssen im Gleichgewicht und überzeugend zusammengebracht werden

Zusammenfassung

Damit die Digitalisierung auch in Klassenzimmern Fuß fassen kann, sollten Schulen und Universitäten bereits tagesaktuell mit der Planung und der Integration neuer Medien für den Unterricht beginnen.

Die Herausforderung besteht darin, vor Schulungen keine Scheu zu haben und den Medienentwicklungsplan zu erstellen, der zum individuellen Unterrichtskonzept passt und die inhaltlichen und formalen Kriterien erfüllt.