Kultusminister Tonne zeichnet Schulen im Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“ aus

Kultusminister Tonne zeichnet Schulen im Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika" aus

Kultusminister Tonne zeichnet Schulen im Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“ aus

„Sie machen Perspektivwechsel erlebbar und werben für Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander in einer Zeit, die immer stärker von Nationalismus und Extremismus geprägt ist.“ Mit diesen Worten hat Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am heutigen Mittwoch 19 Mitgliedsschulen im Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“ ausgezeichnet. „Als sichtbares Zeichen ihres besonderen Engagements“ überreichte der Minister den Abordnungen der Schulen erstmals eine Netzwerk-Plakette.

Das noch junge Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“ wurde im Frühjahr 2021 im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums etabliert und ist bisher bundesweit einzigartig. Es vereint Stand heute 63 niedersächsische Schulen, die Partnerschaften in zwölf unterschiedlichen afrikanischen Ländern pflegen. Die Partnerländer sind Südafrika (16x), Tansania (13x); Senegal und Ghana (je 7x), Kenia (6x); Malawi (3x); Namibia und Burkina Faso (je 2x); Kamerun, Benin, Marokko, Simbabwe (je 1x). Im Netzwerk können sie gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren und so jede einzelne Schulpartnerschaft stärken.

Mit der Auszeichnung würdigt der Minister Netzwerk-Schulen, die sich schon seit vielen Jahren mit besonderen Projekten beteiligen oder trotz pandemiebedingter Einschränkungen eine neue Patenschaft ideenreich begonnen haben. „Sie leisten fantastische Arbeit im Hier und Jetzt, aber vor allen Dingen auch für die Zukunft unserer einen Welt“, betonte Tonne und fügte an: „Im Grunde genommen kann man das Interesse für andere Länder, Menschen und Kulturen gar nicht früh genug wecken. Dabei geht es um das Lernen voneinander, um den Austausch auf Augenhöhe und um das gemeinsame Arbeiten an globalen Themen. Ich bin stolz, dass in Niedersachsen auf Initiative des Kultusministeriums das erste derartige Netzwerk geschaffen wurde und ich wünsche mir, dass noch viele weitere Schulen sich begeistern lassen und dem Netzwerk beitreten.“

 

Die ausgezeichneten Schulen

1. KGS Alexander-von-Humboldt Wittmund – Partnerland: Kenia; Besonderheit: Erfahrungen mit der multilateralen Projektarbeit im Rahmen des Projektes „EUREKA! Schulen in globalem Dialog“.

 

2. GS Dollbergen – Partnerland: Südafrika; Besonderheit: Sie sind, u.a. inspiriert von der Grundschule Wettbergen, erst in der vergangenen Woche ins Netzwerk gekommen und bahnen gerade einen Kontakt zu einer Grundschule in Südafrika an.

 

3. Hainberg-Gymnasium Göttingen – Partnerland: Tansania; Besonderheit: Der Beginn der Schulpartnerschaft liegt im Jahre 1988. Diese jahrzehntelange Erfahrung wird andere Netzwerkschulen inspirieren.

 

4. Erich Kästner Gymnasium Laatzen – Partnerland: Südafrika; Besonderheit: Ausgezeichnet mit dem Schulpreis für das Projekt „Urban Littering“, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler mit der Müllverschmutzung in ihrer Heimat und Lösungsansätzen befasst haben.

 

5. Bismarckschule Hannover – Partnerland: Tansania; Besonderheit: Eine sehr aktive UNESCO-Projektschule, die schon seit vielen Jahren mit ihren afrikanischen Partnern zusammenarbeitet. Die letzte Reise aus 2020 nach Tansania soll perspektivisch auch durch ein Incoming erweitert werden.

 

6. IGS List – Partnerland: Malawi; Besonderheit: Die Planungen für das im Oktober geplante Outgoing laufen sicherlich auf Hochtouren. Ich wünsche Ihnen eine unvergessliche Begegnungsreise, bei der Sie ja u.a. Fair Trade-Produktionsstätten besuchen werden.

 

7. BBS-Verden – Partnerland: Marokko; Besonderheit: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko haben die Schulpartnerschaftsarbeit nicht immer vereinfacht. Umso beeindruckender ist es, wie diese Schule Gemeinschaft und besonders die Kollegien Begegnungen vorleben.

 

8. Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode – Partnerland: Senegal; Besonderheit: Das Gymnasium hat die mittlerweile 10-jährige Zusammenarbeit mit Kaolack als „Osteroder Modell“ auch in die Kommune und die Zivilgesellschaft ausgeweitet.

 

9. Grundschule Lasfelde – Partnerland: Senegal; Besonderheit: Bereits seit einigen Jahren hatte die GS Lasfelde Gäste des Osteroder Modells an der Schule, nun steht das erste Incoming des Schulleiters der Partnerschule bevor.

 

10. Otto-Hahn-Schule (HRS) Wunstorf – Partnerland: Ghana; Besonderheit: Die Schule hat vor einem Jahr anlässlich des World Environmental Days ein online-Umweltmeeting mit den ghanaischen Partnern organisiert, um ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen. Inzwischen wachsen z. B. zahlreiche bereits gepflanzte Bäumen für ein „Green Ghana“.

 

11. Grundschule Am Sonnenbrink – Partnerland: Ghana; Besonderheit: Die Schule arbeitet mit dem Verein „Schulwälder für Westafrika e.V.“ zusammen und setzen mit ihrer Schülerschaft wichtige Impulse hinsichtlich der globalen Herausforderung Klimawandel.

 

12. BBS Wechloy der Stadt Oldenburg – Partnerland: Südafrika; Besonderheit: Die letzte Begegnungsreise fand im Februar 2020 unmittelbar vor der Pandemie statt. Die Partnerschaft mit Südafrika ist eingebettet in ein breites internationales Profil, was sich u. a. in zahlreichen Erasmus-Aktivitäten zeigt.

 

13. Herman-Nohl-Schule Hildesheim – Partnerland: Tansania; Besonderheit: Die Nohl-Schule pflegt seit Jahren eine aktive Schulpartnerschaft mit dem Montessori Trainingscenter in Moshi/Tansania und plant ein Outgoing für August/September 2022.

 

14. Christian Gymnasium Hermannsburg – Partnerland: Südafrika; Besonderheit: Um die junge Partnerschaft zu beleben hat das CGH mehrere Videokonferenzen mit seiner neuen Partnerschule, der „Internationalen Schule Hermannsburg“, durchgeführt und plant nun reale Begegnungen. Damit hat die Schule beispielhaft gezeigt, wie die digitalen Möglichkeiten eine Schulpartnerschaft bereichert und vorbereitet werden kann.

 

15. IGS Linden, Hannover – Partnerland: Tansania; Besonderheit: Die IGS steuert auf das 15-jährige Bestehen Ihrer Partnerschaft im kommenden Jahr hin. Sie konnte auch mit Landesmitteln der Staatskanzlei Begegnungen durchführen.

 

16. KGS Gieboldehausen – Partnerland: Kenia; Besonderheit: Die KGS hat begonnen, während eines Besuches einer kenianischen Schülergruppe im Jahr 2014 entstandenen Kontakte wieder aufzufrischen. Auch das ist ein Beleg für die motivierende Kraft des Netzwerkes und den stark ausgeprägten EINE Welt-Gedanken im Landkreis Göttingen.

 

17. GS Wettbergen – Partnerland: Südafrika; Besonderheit: Die GS Wettberg hatte erst kürzlich Besuch von einer südafrikanischen Delegation. Die arbeits- und begegnungsintensive Woche „hat sicherlich einen sehr guten Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt“, so der Minister während der Auszeichnung.

 

18. Grundschule Wennigsen – Partnerland: Tansania; Besonderheit: Die Schule blickt mittlerweile auf eine 12-jährige Brieffreundschaft mit der Lambo Estate Primary School in Tansania zurück. Ein Schwerpunktthema in den Briefen ist der Klimaschutz. Zeitgleich haben die Schülerinnen und Schüler 600 Bäume in Moshi und Wennigsen gepflanzt. Für ein neues Projekt zum Thema Energiegewinnung reisen die Niedersachsen im Oktober zu ihrer Partnerschule.

 

19. Grundschule im bunten Dreieck Westerbeck – Partnerland: Malawi; Besonderheit: Die Grundschule hat sich während der Pandemie auf den Weg gemacht, die Schulpartnerschaft auf solide Beine zu stellen.

Zusatzinfo:

Zum Jahreswechsel 2021/22 hatte das entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm von Engagement Global (ENSA) gemeinsam mit dem Kultusministerium eine erste internationale Partnerschaftskonferenz organisiert. Ziel der Konferenz war es, Brücken zwischen den im Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“ vereinten niedersächsischen Schulen und ihren afrikanischen Partnerschulen zu bauen, Schulpartnerschaften zu stärken und sich gegenseitig für ein nachhaltiges Engagement für die EINE Welt zu inspirieren. Unter anderem konnten die Teilnehmer in Ländergruppen ihre Ideen für zukünftige Projekte entwickelt und dabei Synergien nutzen.

„Die Schulpartnerschaften bringen die Welt ins Klassenzimmer und die globalen Fragen zu allen von uns“, kommentierte Anita Reddy von Engagement Global die erste Partnerschaftskonferenz. Die Deutschlehrer Djibril Thiam aus Kaolack in Senegal hatte abschließend resümierte: „Wir müssen ehrlich, geduldig, engagiert und visionär sein. Ohne Engagement geht gar nichts.“

Pressemeldung von  Niedersächsisches Kultusministerium